Fantasy-Bücher, die mich geprägt haben: Was Michael Ende und Terry Pratchett mit mir gemacht haben

Manche Fantasy-Bücher liest man, findet sie ganz nett und vergisst sie wieder. Und dann gibt es die anderen. Die, die hängen bleiben. Über die man noch nachdenkt, wenn man längst etwas ganz anderes liest.

Wenn du Fantasy magst, weißt du wahrscheinlich genau, was ich meine. Über Fantasy-Bücher, die einen prägen, lässt sich schwer reden, ohne persönlich zu werden. Bei mir sind es vor allem zwei Geschichten (Buchwelten). Beide haben mich begleitet, erst als Leser und später als Autor. Und ich glaube, sie zeigen ganz gut, warum mich Fantasy bis heute nicht loslässt.

„Die unendliche Geschichte“ von Michael Ende
Das erste Buch ist Die unendliche Geschichte von Michael Ende. Ich war ziemlich jung, als ich sie zum ersten Mal gelesen habe, und ich glaube, ich habe damals gar nicht gemerkt, was da mit mir passierte. Bastian, ein Junge, der in die fantastische Welt Phantásien flieht, um dort der zu werden, der er wirklich ist. Das hat damals etwas in mir angestoßen, das nie wieder ganz aufgehört hat. 

Im Grunde hat mich dieses Buch überhaupt erst zur Fantasy gebracht und mein Schreiben tief beeinflusst. Die Geschichten, die mir am meisten bedeuten, handeln selten von perfekten Helden. Sie handeln von Menschen, die zweifeln und trotzdem weitermachen. Von Figuren, bei denen man denkt: Ja, darin erkenne ich mich wieder. Oder: So wäre ich auch gerne.

Terry Pratchett und die Scheibenwelt
Später kam dann Terry Pratchett mit seiner Scheibenwelt dazu. Falls du sie nicht kennst: Es handelt sich um eine flache Welt, die von vier Elefanten getragen wird, die wiederum auf dem Rücken einer riesigen Schildkröte stehen, die durchs All schwimmt. Das klingt verrückt, und das ist es auch. Genau das macht die Scheibenwelt-Romane so genial.

In Pratchetts Humor steckt eine Menge Wahrheit über uns Menschen. Er konnte einen zum Lachen bringen, zum Verzweifeln und nur einen Satz später etwas mitgeben, über das man noch tagelang nachdenkt.

Was bei mir besonders hängen geblieben ist, sind seine Figuren. Sie haben mir gezeigt, dass Menschen selten einfach nur gut oder böse sind. Meistens sind sie irgendetwas dazwischen, und genau das macht sie so interessant.

Warum wir uns in Fantasy-Figuren wiederfinden
Das bringt mich zu dem, was ich eigentlich sagen will. Wenn wir Fantasy lesen, suchen wir uns fast immer eine Figur, mit der wir mitgehen. Nicht immer die Hauptfigur. Manchmal den zwielichtigen Begleiter, manchmal sogar den Gegenspieler.

Und diese Wahl sagt oft mehr über uns aus, als wir denken. Wir mögen die Figur, die für andere einsteht, weil wir gern so wären wie. Den Helden, weil auch wir über unsere Ängste und Sorgen hinauswachsen wollen. Oder den schlitzohrigen Dieb mit Gewissen, weil in uns ein Teil steckt, der sich nicht an jede Regel halten möchte, sondern das tun will, was fair und richtig ist.

Fantasy ist für mich in gewisser Weise ein Spiegel. Sie zeigt uns, wer wir sind und auch, wer wir gerne sein würden. Das haben mich Michael Ende und Terry Pratchett gelehrt. Aus diesem Grund schreibe auch ich nicht über makellose Helden, sondern über Menschen mit Macken, Zweifeln und dem Mut, etwas verändern zu wollen.

Ich bin froh, die Bücher dieser beiden großartigen Autoren entdeckt zu haben. Ohne sie wäre ich nicht der Mensch und Autor, der ich heute bin.