Selbstzweifel überwinden: Warum mich auch über 200 Bücher nicht davor schützen

Vor Kurzem ist es wieder passiert. Ich habe eine Rezension zu einem meiner Bücher gelesen, und plötzlich war sie da: diese Unruhe. Dieses Ziehen im Magen, das sich anfühlt, als würde der Boden unter mir ein kleines Stück verrutschen.

Man könnte meinen, nach über 200 veröffentlichten Büchern wüsste ich es besser. Dass jemand mit so vielen Geschichten im Rücken über solche Momente längst hinweg ist. Stattdessen stelle ich alles infrage. Die Geschichte. Die Figuren. Die Entscheidung, dieses Buch überhaupt geschrieben zu haben. Im Kopf wird es laut und unruhig, und jeder Gedanke zieht den nächsten nach sich.

Vielleicht kennst du dieses Gefühl. Du hast etwas mit ganzem Herzen erschaffen, und ein einziger Satz von jemand anderem genügt, damit du an allem zweifelst.

Das Verrückte daran ist, wie wenig die Zahl der Bücher in solchen Momenten zählt. Der Zweifel fragt trotz aller Erfolge: Bist du wirklich gut genug?


Warum Erfolg den Zweifel nicht abschaltet

Lange dachte ich, irgendwann kommt ein Punkt, an dem die Unsicherheit verschwindet. Ein bestimmtes Buch, eine bestimmte Leserzahl, und dann ist Ruhe. Heute weiß ich, dass dieser Punkt nicht kommen wird, jedenfalls nicht so, wie ich ihn mir vorgestellt hatte.

Zweifel und Leidenschaft sind für mich zwei Seiten derselben Medaille. Weil mir meine Geschichten wichtig sind, treffen mich kritische Worte. Würden mir meine Bücher nichts bedeuten, würde es mich auch nicht berühren. So gesehen ist der Zweifel ein unbequemer Beweis dafür, dass ich noch immer mit dem Herzen schreibe.

Das macht ihn nicht angenehmer, aber es macht ihn verständlicher.


Was mir hilft, wenn die Unruhe kommt

Wenn der Zweifel mich packt, habe ich gelernt, nicht dagegen anzukämpfen, sondern mich daran zu erinnern, was ich bereits alles geleistet und erreicht habe.

Ich schaue mir all die Bücher an, die ich geschrieben habe. Diese vielen Geschichten, die es ohne den Mut, einfach weiterzumachen, nie gegeben hätte. Und ich denke an die Menschen, die sie lieben. An die Leserinnen und Leser, die in diesen Welten Trost, Flucht oder ein bisschen Magie gefunden haben.

Ich denke an euch. Ihr seid meine rettende Insel im Sturm.

Genau hier liegt für mich der eigentliche Schlüssel, um Selbstzweifel zu überwinden. Nicht im Unterdrücken der unangenehmen Gedanken, sondern im Erinnern an das große Ganze. Eine kritische Stimme wiegt im ersten Moment verdammt schwer. Aber sie wiegt nicht mehr als all die Stimmen, die mir über die Jahre gesagt haben, dass meine Geschichten etwas in ihnen bewegt haben.


Der eine Moment, der alles verändert

Es gibt Nachrichten von Leserinnen und Lesern, an die ich in solchen Momenten immer wieder denke.

Erst vor Kurzem schrieb mir eine Leserin, dass das Ende einer meiner Buchreihen „Sweet Demons“ sie so berührt hat, dass sie auf den letzten zwanzig Seiten nur noch geweint hat. Dieser Satz hat sich mir eingeprägt. Er hat mir wieder einmal verdeutlicht, wofür ich das alles mache. Nicht für die perfekte Bewertung. Sondern für diesen einen Menschen, der mein Buch zuklappt und diese Geschichte nicht nur geliebt, sondern auch gefühlt hat.

Wenn der Zweifel das nächste Mal anklopft, denke ich genau an diese Leserin und ihre wunderbaren Worte.


Was ich dir mitgeben möchte

Vielleicht wartest auch du auf den Tag, an dem die Zweifel endlich verstummen.

Ich glaube inzwischen, dass es diesen Tag nicht braucht. Selbstzweifel zu überwinden heißt für mich nicht, ohne Angst zu sein. Es heißt, trotz der Angst weiterzumachen. Den nächsten Satz zu schreiben, den nächsten Schritt zu gehen, weil ich meine Arbeit liebe, weil sie mich erfüllt und weil sie anderen Freude schenkt.

Gib deinen Traum nie auf! Glaube an dich und deine Geschichten!